| Voriges Präparat | Index | Nächstes Präparat | ![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
|
|||
|
Graue Substanz
Substantia grisea, von der weißen Substanz (Substantia alba) umschlossener Teil des Rückenmarks, der die Perikaryen der Nervenzellen und das Neuropil (ein Geflecht von Nerven- und Gliazellfortsätzen mit vielen Synapsen) umfasst. Im Querschnitt des Rückenmarks hat sie die charakteristische Schmetterlingsform.
Pyramidenzellen
pyramidenförmige, multipolare Nervenzellen, die besonderes gut in der inneren und äußeren Pyramidenzellschicht des Endhirns anzutreffen sind. In der inneren Pyramidenzellschicht finden sich Betz-Riesenpyramidenzellen. Sie sind Projektionsneurone der Großhirnrinde und bilden die Pyramidenbahn, den Tr. corticospinalis.
Perikaryon
Zellkörper einer Nervenzelle (Neuron), auch Soma (griechisch: Körper, Leib) genannt. Im eigentlichen Wortsinn ist Perikaryon der Teil des Zellkörpers, der den Zellkern umgibt und das Zytoplasma enthält (griech.: peri - um, darum herum; karyos - Kern)
Nissl-Schollen
Nissl-Substanz; basophile, ribonukleinsäurereiche Schollen in Nervenzellen, die ultrastrukturell Ansammlungen von rauen endoplasmatischen Retikulum und freien Ribosomen entsprechen. Sie sind der Ort der Proteinbiosynthese. Benannt nach dem deutschen Psychiater und Neurologen Franz Nissl (1860 -1919), der als Medizinstudent die nach ihm benannte Nissl-Färbung zur Darstellung von Nervenzellen entwickelte. Bevor er 1895 zu Emil Kraepelin an die Psychiatrische Universitätsklinik nach Heidelberg wechselte (bis 1918), war er ab 1889 für sechs Jahre lang Oberarzt unter Alois Alzheimer in Frankfurt, mit dem er Arbeiten über Histologie und Histopathologie der Großhirnrinde (1904, 1908 und posthum 1921) veröffentlichte.
Dendriten
der Signalaufnahme dienende, baumartig verzweigte Fortsätze einer Nervenzelle, die im Gegensatz zum Axon raues endoplasmatisches Retikulum enthalten und nicht von einer Markscheide umhüllt sind.
Körnerzellen, Cortex cerebri
kleine multipolare Nervenzellen der Lamina granularis externa et interna; sie senden ihre Axone meist zu anderen ipsilateralen Kortexarealen.
Neuron
Neuron; vom Zellleib (Perikaryon) der Nervenzellen gehen unterschiedliche Fortsätze ab: Dendriten, die der Nervenzelle Informationen von anderen Nervenzellen vermitteln und ein Axon, das die Erregung der Nervenzelle an Zielzellen (andere Nervenzellen, Muskulatur, Drüsenzellen) vermittelt. Nach Anzahl und Art ihrer Fortsätze lassen sich multipolare, bipolare oder pseudounipolare Neurone unterscheiden. Bei multipolaren Neurone gehen mehrere Dendriten und ein Axon vom Perikaryon ab, bipolare Neurone haben neben dem Axon nur einen Dendritenstamm. Ein Sonderfall sind die pseudounipolaren Nervenzellen, die z. B. im Spinalganglion vorkommen. Hier entspringt vom Perikaryon nur ein einziger Fortsatz, der sich kurz nach Abgang vom Perikaryon in einen peripheren und einen zentralen Fortsatz aufzeigt. Nach Funktion und Ultrastruktur sind die peripheren und zentralen Fortsätze der pseudounipolaren Nervenzellen Axone.
Gliazellen
Zellen des Nervensystems, die mechanische und metabolische Aufgaben erfüllen und essentielle Partner der Nervenzellen sind. Im Zentralnervensystem sind zu unterscheiden: Astrozyten, Tanyzyten, Ependymzellen, Plexusepithelzellen, Oligodendrozyten und Mikroglia. Die Mikroglia entwickelt sich nicht - wie alle anderen Gliazelltypen - aus dem Neuralrohr (Ektoderm), sondern wächst aus dem Mesenchym in die Anlage des Nervensystems ein.
Axon
der efferenten Erregungsleitung dienender Fortsatz der Nervenzelle. Die Erregung der Nervenzelle wird in Form von Aktionspotentialen weitergeleitet. Jede Nervenzelle besitzt nur ein Axon, in dessen Verlauf allerdings Kollateralen abzweigen können. In der Zielregion kann sich das Axon mehrfach verzweigen (Telodendron) und mit mehreren nachgeschalteten Nervenzellen Synapsen bilden.
Neuropil
amorph erscheinendes Geflecht, das den Perikaryen der grauen Substanz umgibt. Im Elektronenmikroskop erweist sich das Neuropil als ein Geflecht aus Fortsätzen von Nerven- und Gliazellen, in dem sich zahlreiche Synapsen finden.
Astrozyten
Gliazellen mit z.T. sehr langen Fortsätzen, die in enger Verbindung zu Kapillaren und Nervenzellen stehen. An der äußeren Oberfläche des ZNS bilden die verbreiterten Endfüße der Fortsätze die Membrana limitans gliae superficialis, an den Kapillaren die Membrana limitans gliae vascularis. Es werden fibrilläre und protoplasmatische Astrozyten unterschieden. Die fibrillären Astrozyten haben lange, dünne und schmale Fortsätze; sie befinden sich vor allem in der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmark. Die protoplasmatischen Astrozyten haben kürzere Fortsätze, sie liegen vor allem in der grauen Substanz des ZNS. Astrozyten kontrollieren die Zusammensetzung des extrazellulären Milieus und beeinflussen indirekt Transportvorgänge im ZNS und regulierendas Elektrolytengleichgewicht im ZNS. |
||
|
Die graue Substanz enthält unterschiedliche Nervenzellen. Am auffälligsten sind die großen Pyramidenzellen. Ihre Perikaryen haben die Form spitzwinkliger Dreiecke, sie sind dicht mit Nissl-Substanz gefüllt und an den Ecken der Dreiecke kann man die blasser gefärbten proximalen Stümpfe der weitverzweigten (siehe Präp. 92) Dendriten abgehen sehen. Als Körnerzellen bezeichnet man kleinere, rundliche Perikaryen, die im Nissl-Bild keine deutlichen Dendriten tragen. Überall zwischen den Neuronen findet man die viel kleineren Gliazellen. Ihr Zytoplasma ist im allgemeinen nicht gefärbt und man erkennt nur ihre - in Relation zu den Neuronen kleinen - Zellkerne. Die Zellleiber der Neurone und die Gliazellen ruhen in einer ungefärbten Substanz, die kleinen Höfe, die man um die Perikaryen größerer Neurone herum sehen kann, sind Schrumpfungsartefakte. Die Substanz, in der sich die distalen Dendriten der Neurone, feine Axonendigungen und die Ausläufer der Gliazellen verweben, wird als Neuropil bezeichnet. Die Gliazellen der grauen Substanz sind überwiegend protoplasmatische Astrozyten. |
|||