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Präparat 97: Haare (Kopfhaut), Längsschnitt, H.-E.

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Bulbus pili

(Haarzwiebel) glockenförmige Auftreibung der Haarwurzel, die die bindegewebige Haarpapille umfaßt.

Medulla pili

(Mark) innere Schicht des Haarschaftes mit Hohlräumen. Sie wird vom Cortex umschlossen und findet sich nur in Terminalhaaren; sie fehlt im Vellus.

Cortex pili

(Rinde) äußere, breite Schicht des Haares aus langen verhornten Zellen, in denen Tonofibrillen verbacken sind. Man kann die Rinde als fadenförmig umgestaltetes Stratum corneum betrachten.

Cuticula pili

(Haarhäutchen). Sie bildet die äußerste Hülle des Haarschaftes, besteht aus dachziegelförmig angeordneten, miteinander verzahnten Zellen und ist von hartem Keratin bedeckt. Die freien Ränder der Keratinschuppen weisen in Richtung Follikelostium und sind beim gesunden Haar glatt begrenzt.

Epidermis

gefäßlose, äußerste Schicht der Haut, besteht aus mehrschichtigem verhornten Plattenepithel, das einen fünfschichtigen Aufbau zeigt: Stratum basale, Stratum spinosum (Stratum basale und Stratum spinosum bilden gemeinsam das Stratum germinativum, die Regenerationsschicht der Haut), Stratum granulosum, Stratum lucidum (Str. granulosum und Str. lucidum bilden die Verhornungsschicht), Stratum corneum (Hornschicht).

Cuticula vaginalis

dient der Befestigung des Haares in der Wurzelscheide und besteht aus dachziegelförmig angeordneten, miteinander verzahnten Zellen. Die Cuticula liegt zwischen der Rinde des Haares und der epithelialen Wurzelscheide.

Huxleysche Schicht

innere zelluläre Schicht der inneren epithelialen Wurzelscheide

Henlesche Schicht

äußere Schicht der inneren Wurzelscheide

Musculus arrector pili

kleines Bündel glatter Muskelzellen, das auf der Seite, nach der das Haar geneigt ist, unterhalb der Talgdrüsenmündung entspringt. Er zieht dann schräg aufwärts unter die Epidermis und kann das Haar aufrichten (Haarsträuben, Gänsehaut durch Einziehen der Haut). Hierbei kommt es zur Komprimierung der zwischen Muskel und Wurzelscheide liegenden Talgdrüse.

Glashaut

deutlich ausgeprägte Basalmembran zwischen der epithelialen und der bindegewebigen Wurzelscheide

Musculus arrector pili

kleines Bündel glatter Muskelzellen, das auf der Seite, nach der das Haar geneigt ist, unterhalb der Talgdrüsenmündung entspringt. Er zieht dann schräg aufwärts unter die Epidermis und kann das Haar aufrichten (Haarsträuben, Gänsehaut durch Einziehen der Haut). Hierbei kommt es zur Komprimierung der zwischen Muskel und Wurzelscheide liegenden Talgdrüse.

Im Bulbusbereich entwickeln sich Medulla, Cortex und Cuticula pili aus zellulären Elementen, die im weiteren Wachstum vollständig keratinisieren und den Haarschaft bilden, dessen Ende die Epidermis überragt. Aus den Matrixzellen der Haarzwiebel entwickelt sich die innere epitheliale Wurzelscheide, die vom Bulbus pili bis zur Einmündung der Talgdrüsen reicht und aus drei Schichten besteht. Die innerste Schicht (Cuticula vaginalis) besteht bulbusnah aus abgeflachten Zellen mit kleinem euchromatischem Zellkern. Diese Zellen verzahnen sich mit der Cuticula pili (Kondensorblende zuziehen) und befestigen so das Haar in der Wurzelscheide. Die mittlere Schicht besitzt größere oval bis abgeflachte Zellkerne und wird als Huxleysche Schicht bezeichnet. Weiter außen ist die sehr dünne Henlesche Schicht zu finden. Die azidophilen Granula (trichohyaline Körner), die von allen drei Schichten der inneren Wurzelscheide gebildet werden, unterscheiden die innere Wurzelscheide von der äußeren. Die äußere Wurzelscheide ist mehrschichtig; sie setzt sich in die Epidermis fort und wird gegen die bindegewebige Wurzelscheide (als Haarbalg bezeichnet) durch eine kräftige Basalmembran (Glashaut genannt) abgegrenzt. In die bindegewebige Wurzelscheide strahlen die Musculi arrectores pilorum schräg ein. Sie sind durch ihre glatten Muskelzellen mit zigarrenförmigen Kernen charakterisiert.