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Präparat 80: Ovar (Kaninchen), H.-E.

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Sekundärfollikel, Ovar

durch mehrschichtiges Follikelepithel gekennzeichnet, dessen Zellen aufgrund ihrer deutlichen Granulierung auch als Granulosazellen bezeichnet werden. Die Interzellularräume zwischen den Granulosazellen erweitern sich und werden mit einer Flüssigkeit, dem Liquor folliculi, gefüllt. Zwischen Eizelle und Granulosazellen bildet sich die Zona pellucida aus. Durch eine zarte Basallamina wird das Follikelepithel vom spinozellulären Bindegewebe abgegrenzt, aus dem sich die Theca folliculi bildet.

Follikel

besteht aus der Eizelle und dem umgebenden Follikelepithel. Man unterscheidet verschiedene Entwicklungsstadien: Primordial-, Primär-, Sekundär- und Tertiärfollikel.

Follikelepithelzellen

die Eizelle umgebende Zellen. Anzahl und Form der Follikelepithelzellen sind bei den unterschiedlich reifen Follikeln verschieden: Der Primordialfollikel zeigt einschichtiges plattes Epithel, der Primärfollikels einschichtiges iso- bis hochprismatisches Epithel. Beim Sekundärfollikel ist das Follikelepithel mehrschichtig hochprismatisch und weist eine deutliche Granulierung auf.

Zona pellucida

Oolemm; Glashaut zwischen der Eizelle und dem Follikelepithel, sie enthält Glykoproteine und bis zur Eizelle reichende, mikrovilli-artige Fortsätze der Granulosazellen.

Spinozelluläres Bindegewebe

Bindegewebe, dessen Vorkommen auf Ovar und Uterusschleimhaut beschränkt ist; es besteht aus dichtgepackten spindelförmigen Zellen und weist nur wenig Interzellularsubstanz auf. Aus dem pluripotenten spinozellulären Bindegewebe gehen im Ovar die hormonproduzierenden Zellen der Theca folliculi und in der Schleimhaut des Uterus die Zellen des mütterlichen Anteils der Dezidua hervor.

Theca folliculi

die Follikelzellen umgebende Zellhülle, die aus spinozellulärem Bindegewebe besteht und in mehreren gut vaskularisierten Schichten angeordnet ist. Zwei Lagen lassen sich unterscheiden: Die Theca interna besteht aus spindelförmigen Zellen, die Androgene und Östrogene bilden, die Theca externa aus Myofibroblasten.

Sekundärfollikel: Etwas weiter nach innen verschoben findet man Follikel mit deutlich mehrschichtigem, aufgelockertem Follikelepithel. Die Follikelepithelzellen werden nun wegen ihrer Granulierung als Granulosazellen bezeichnet. Die Eizelle hat erneut an Zytoplasma gewonnen, sie ist nun durch eine stark lichtbrechende Schicht auf ihrem Plasmalemm (der Zona pellucida, =Oolemm) vom Follikelepithel abgesetzt. Das Bindegewebe, welches das Follikelepithel umgibt, erscheint gegenüber dem spinozellulären Bindegewebe aufgelockert, die Zellkerne nehmen eine mehr runde Form an. Diese Hülle um den Follikel wird als die Theca folliculi bezeichnet.